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Heinrich Vogeler. Der Neue Mensch.

Eine Retrospektive

  • 27. März – 6. November 2022
  • Ausstellung

Vom erfolgsverwöhnten Jugendstilkünstler, in dessen Händen alles zu Kunst wurde, entwickelte er sich zum visionären Verfechter gesellschaftlichen Wandels, leitete zeitweise die Propagandaabteilung der Sowjetunion und setzte sich in beiden Weltkriegen unablässig für den Frieden ein: Heinrich Vogeler. Anlässlich des 150. Geburtstags des Künstlers, zeigen die vier Worpsweder Museen die gemeinsame Retrospektive „Heinrich Vogeler. Der Neue Mensch“. Alle Häuser richten dabei ihren Fokus auf verschieden Aspekte des Lebens und Schaffens von Heinrich Vogeler und dienen teils selbst, wie etwa der von Vogeler selbst so bezeichnete Barkenhoff, als Erinnerungsorte.

Die Einzelausstellungen

Barkenhoff: Werden

Er war lange Zeit sein Lebensmittelpunkt – der Barkenhoff. Etwa 30 Jahre lebte und arbeitete Vogeler hier und traf andere bedeutende Kunstschaffende wie Rainer Maria Rilke oder die Overbecks. Unter dem Titel „Werden“ zeigt die Ausstellung nun die Um- und Aufbrüche seines bewegten Lebens und begleitet ihn auf dem Weg vom Leben im Idyll über die Sehnsucht nach einer neuen, friedlicheren Welt hin zur sowjetischen Propaganda und einem Tod in Armut.

Große Kunstschau: Sommerabend

Die Große Kunstschau erzählt im historischen Teil von dem „Künstler-Verein, Worpswede“, den Vogeler gemeinsam mit Künstlerfreunden gründete, und macht die Beziehungen zwischen ihm und seinen Worpsweder Malerkolleg*innen lebendig. Besonders im Fokus steht hierbei das Gemälde Sommerabend von Heinrich Vogeler, doch auch Werke von Paula Modersohn-BeckerOtto ModersohnFritz Mackensen und Fritz Overbeck werden ausgestellt.

Haus im Schluh: Das Leben gestalten

Heinrich Vogeler schuf nicht nur Gemälde, sondern war auch immer bemüht, das Alltägliche um ihn herum besser und schöner zu gestalten. Dies zeichnete sich nicht nur in seiner privaten Umgebung ab, sondern wurde auch Teil seines Berufs – neben der Porzellanmanufaktur Meißen zählte auch der Hersteller Wilkens aus Bremen zu Vogelers Kunden. Das Haus am Schluh zeigt viele dieser Objekte aus dem Bereich der Angewandten Kunst. Besonders bedeutend ist hier das Tulpenzimmer, das Martha Vogeler einst aus dem Barkenhoff mit in das Haus am Schluh nahm.

Worpsweder Kunsthalle: Kunst für alle

Die Ausstellung „Kunst für alle“ in der Worpsweder Kunsthalle nimmt das Medium der Druckgrafik genauer unter die Lupe. Um die Jahrhundertwende zählte Vogeler zu einem der innovativsten Buchgestalter und ließ so möglichst viele Menschen an seiner Kunst teilhaben. Doch auch hier schlug sich die ideologische Suche des Künstlers nieder: Während er zu Beginn vor allem für den Verlag Die Insel tätig war, wurde er bald Leiter der Propagandaabteilung der Sowjetunion und widmet seine letzten Jahre schließlich in Form von Zersetzungsflugblättern und Plakaten dem Kampf gegen den Nationalsozialismus.

Große Kunstschau: Neuer Teil: Anbruch einer neuen Zeit?

Einen besonderen Blick in die Gegenwart wirft die Ausstellung im neuen Teil der Großen Kunstschau. Hier werden die Auseinandersetzungen Vogelers weitergedachtVogeler suchte nach einer friedlicheren Welt, riskierte sein Leben bei einem Friedensappell an den Deutschen Kaiser Wilhelm II., unterstützte die Sowjetunion bei dem, wie er glaubte, Bau einer gerechteren Gesellschaft und widersetzte sich dem Nationalsozialismus. Auch heute ist das Thema Krieg mit dem russischen Angriff auf die Ukraine wieder gegenwärtiger Teil unserer Lebenswelt. Die Ausstellung „Anbruch einer neuen Zeit?“ umfasst 19 zeitgenössische Positionen, die sich teils sehr konkreten sozialen Problemen widmen.

 

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