Raphaël Denis

Der Pariser Künstler Raphaël Denis widmet sich der Erforschung der Enteignungen von Kunstwerken durch die Nationalsozialisten aus jüdischem Besitz in Frankreich. Im Rahmen seiner Installation „Les transactions Göring-Rochlitz“ im Kunsthaus Zürich, Teil der Präsentation der Sammlung Bührle, identifizierte Denis ein enteignetes Gemälde aus der Sammlung der Landeshauptstadt Hannover, das nun im Sprengel Museum Hannover aufbewahrt wird. Dabei handelt es sich um das Gemälde „Modigliani, Portrait de femme“, das in Dokumenten mit der Signatur „MGM1“ versehen ist.

Denis untersucht die abgewickelten Tauschgeschäfte zwischen Hermann Göring und dem deutschen Kunsthändler Gustav Rochlitz, zu denen auch das Gemälde „Tête de femme“ von Modigliani gehörte. Dieses wurde 1941 in der Wohnung des jüdischen Schriftstellers, Journalisten und Künstlers Michel Georges-Michel beschlagnahmt.

Die Installation im Sprengel Museum Hannover illustriert detailliert die Anzahl der bisher recherchierten getauschten Kunstwerke, darunter auch beschlagnahmte Gemälde des französischen Impressionismus aus der Sammlung des jüdischen Galeristen und Sammlers Paul Rosenberg, der besonders Pablo Picasso förderte.

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Pablo Picasso I Max Beckmann

Pablo Picasso und Max Beckmann prägten mit ihren Werken die dramatische erste Hälfte des 20. Jahrhunderts maßgeblich und definierten die figürliche Malerei neu. Als bedeutende Maler der Moderne zeigen sie in einer gemeinsamen Ausstellung im Sprengel Museum Hannover ihre Bilder, die Ereignisse wie zwei Weltkriege, Diktaturen und Barbarismus thematisieren, dabei jedoch zeitlose Aspekte auf mythologischer und menschheitsgeschichtlicher Ebene verhandeln.

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Making History

Making History in der Hamburger Kunsthalle präsentiert einen beeindruckenden Rückblick in die Vergangenheit. Im Zentrum steht das größte Gemälde des Museums, „Der Einzug Karls V. in Antwerpen“ (1878) von Hans Makart. Diese Präsentation ermöglicht den Besucher*innen eine plastische Vorstellung der Vielfalt und Widersprüchlichkeit in der Kunstentwicklung des 19. Jahrhunderts. Nach vier Jahren ist das kontroverse 50m² große Gemälde des österreichischen Malers erstmals wieder zu sehen. Das Werk zählt weiterhin zu den bedeutendsten Identifikationsbildern der Kunsthalle und ist ein Höhepunkt des Historismus.

Zusätzlich zu diesem Werk werden im Makart-Saal 60 weitere Gemälde und Skulpturen des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung der Kunsthalle gezeigt, darunter viele Gründungsbilder des Hauses aus dem Jahr 1869. Beispielsweise wurde das Gemälde „Cromwell vor dem Sarge Karls I.“  von Paul Delaroche 1846 mit der Auflage gestiftet, ein öffentliches Museum in Hamburg zu gründen. Ebenso wurde Friedrich Karl Hausmanns Werk „Galilei vor dem Konzil“ 1863 der Kunsthalle zur Grundsteinlegung geschenkt.

Der Makart-Saal, als Einstieg in den Rundgang durch die Museumssammlung, soll zukünftig alle Besucher*innen dazu ermutigen, die ausgestellten Werke sowohl genießerisch als auch kritisch zu betrachten. Die früheren Bewertungen müssen nicht mehr den heutigen Vorstellungen entsprechen, bieten jedoch die Möglichkeit, eigene Perspektiven zu hinterfragen.

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Kathleen Ryan

Die Hamburger Kunsthalle präsentiert die erste Ausstellung der US-amerikanischen Künstlerin Kathleen Ryan. Rund dreißig Werke, darunter bestehende und speziell für die Ausstellung geschaffene Arbeiten, veranschaulichen die Entwicklung ihrer künstlerischen Praxis von 2014 bis heute.

Kathleen Ryans Skulpturen variieren in ihrer Größe von monumental bis handlich und bestehen aus gefundenen, gesammelten und wiederverwendeten Materialien. Dabei erschafft die Künstlerin Objekte wie Blumen, Obst, Gemüse, Schmuck, Spinnennetze und Vogelschwärme. Die gewählten Materialien stehen oft im Kontrast zur Darstellung der Objekte selbst: Weintrauben werden beispielsweise aus schwerem Beton gegossen, Halsketten bestehen aus aufgereihten Bowlingkugeln, und die Schale einer Melone wird aus einem zerlegten Airstream-Wohnmobil gefertigt.

Die Künstlerin kombiniert filigrane glasierte Keramikplatten zu hoch aufragenden neoklassizistischen Säulen, während der Schimmel auf der Haut eines Pfirsichs akribisch mit Hunderten von Halbedelsteinen nachgebildet ist. Ihre Werke erzeugen eine Mischung aus Staunen, Humor und Abscheu, die dazu anregt, über Themen wie Reichtum, Verschwendung, Dekadenz, Sexualität und den Kreislauf von Konsum und Leben nachzudenken.

Die in New York lebende und arbeitende Kathleen Ryan wurde 2020 mit dem Rosa Schapire Preis der Freunde der Hamburger Kunsthalle ausgezeichnet.

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The Ephemeral Lake

Anlässlich des 250. Geburtstags von Caspar David Friedrich präsentiert die Hamburger Kunsthalle 2024 die Ausstellung The Ephemeral Lake, eine immersive Installation des dänischen Künstlers Jakob Kudsk Steensen. Diese einzigartige Rauminstallation verbindet auf besondere Weise die Landschaftsmalerei des romantischen Malers mit modernen digitalen Landschaften. Steensens Projekt nutzt neueste digitale Medientechnologien wie 3D-Malerei, interaktives Design, Virtual Worldbuilding und Ambisonic Sound, um eine faszinierende Erfahrung zu schaffen.

Die beeindruckende Arbeit von Steensen, inspiriert von Caspar David Friedrich, erforscht das Naturphänomen der „Ephemeral Lakes“, die in trockenen und kargen Landschaften auftreten. Mithilfe von Scans und Artefakten von Forschungsreisen zu unwirtlichen Orten verwandelt der Künstler diese in eine interaktive Ausstellung. KI, Musik und Tonaufnahmen steuern die virtuellen Räume des Kunstwerks, die sich mit den Innenwelten der Besucher verbinden. So entsteht eine persönliche Erfahrung, die im Sinne der romantischen Malerei die Verbindung zur Natur und die Beziehung zwischen Figur und Landschaft thematisiert.

Jakob Kudsk Steensen ist bekannt für seine immersive Kunst, die mithilfe von 3D-Animationen, Sound und digitalen Technologien oft übersehene Naturphänomene zum Leben erweckt. Zu seinen vorherigen Arbeiten zählen Liminal Lands im Luma Arles sowie Berl-Berl in der Halle am Berghain in Berlin und im ARoS Museum of Art in Aarhus.

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Knorrig, verschlungen, virtuos – Janssen und das Holz

Horst Janssens Faszination für Holz als Motiv und als Arbeitsmaterial ist erstmals Hauptthema einer Ausstellung. Als Motiv bildet es ein essenzielles Element in seinem Werk und reicht dabei weit über das traditionelle Landschaftsbild hinaus. Holz ist für Janssen visuelles Forschungsobjekt: Baumgruppen, Rinde, Stämme, Geäst und Wuchsrichtungen werden fotografisch dokumentiert und zeichnerisch seziert. Für Janssen ist Holz aber auch Arbeitsmaterial: Der Holzschnitt ist das grafische Medium seiner frühen Schaffensjahre. Zudem bildet zu Papier verarbeitetes Holz seine Zeichen- und Druckgründe.

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EXPRESSIONISMUS

Der Expressionismus erfreut sich heutzutage großer Beliebtheit beim Publikum, und die ausdrucksstarken und farbenfrohen Werke zählen oft zu den Favoriten der Museumsbesucher. Doch dies war nicht immer der Fall. Als sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts erste expressionistische Tendenzen zeigten, wurden die Künstler*innen missverstanden und stießen auf Ablehnung.

Die Ausstellung EXPRESSIONISMUS. unverstanden, angegriffen, gefeiert in der Kunsthalle Emden erzählt die bewegte Geschichte des Expressionismus – von seinen rebellischen Anfängen gegen konservative Gesellschaftsformen und die offizielle Kunstpolitik im Wilhelminischen Zeitalter, über seinen Einzug in die Museen, bis hin zur Diffamierung durch die Nationalsozialisten und schließlich seiner Rehabilitierung nach dem Zweiten Weltkrieg. Zusätzlich verdeutlicht die Ausstellung anhand von Werken der Nachkriegsavantgarde bis zur Kunst der 1990er Jahre den Einfluss des Expressionismus auf die jüngere Kunstproduktion.

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Bilder wie Energiemaschinen

Im Jahr 1997 überließ Otto van de Loo der Kunsthalle Emden eine beeindruckende Schenkung von etwa 200 Kunstwerken. Anlässlich seines 100. Geburtstags widmet sich die Kunsthalle Emden nun intensiv seiner Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit. Die Geburtstagsausstellung hebt gezielt weibliche Künstlerinnen wie Anja Decker, Judit Reigl und E. R. Nele hervor, die in den späten 1950er und frühen 1960er Jahren von van de Loo präsentiert wurden, jedoch nicht Teil der Schenkung an die Kunsthalle Emden waren. Auf diese Weise fungiert die Ausstellung als Korrektiv für die bestehende Sammlung.

Otto van de Loo war von 1957 bis 1997/98 in München als Galerist tätig und spielte eine bedeutende Rolle als Förderer wichtiger künstlerischer Bewegungen und Gruppierungen der Nachkriegszeit, darunter das Informel, die Gruppen CoBrA und SPUR. Die Ausstellung beleuchtet auch die enge Verbindung und Leidenschaft des Künstlers für eine avantgardistische Kunst durch zahlreiche Korrespondenzen mit Künstlerinnen und Künstlern. Die Realisierung der Ausstellung erfolgt durch die großzügige Zusammenarbeit mit der Stiftung van de Loo.

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Benin. Geraubte Geschichte

Die Eroberung des Königreichs Benin durch britische Truppen im Februar 1897 markierte das Ende eines der mächtigsten Königreiche westafrikas. Eine bedeutsame Konsequenz dieser Ereignisse war die weltweite Verbreitung von Tausenden von Kunstwerken, darunter Bronze-, Elfenbein- und Holzarbeiten, die einst aus dem königlichen Palast gestohlen wurden.

Die gesamte Benin-Sammlung des MARKK wird nun in einer Ausstellung präsentiert, die sich mit der Restitution dieser Kunstwerke befasst. Die Ausstellung bietet nicht nur Informationen über den britischen Kolonialkrieg und die aktuelle Restitutionsdebatte, sondern präsentiert auch verschiedene Perspektiven auf die ursprüngliche Bedeutung der Objekte, ihre herausragende künstlerische Qualität und ihre Rolle in der afrikanischen Kunst- und Kulturgeschichte. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Herkunft der Sammlung und ihrer Verflechtung mit den Handelsnetzwerken in Hamburg.

Hinweis:
Die Ausstellung „Benin. Geraubte Geschichte“ geht in die Verlängerung und wird bis zum 31. März 2025 im MARRK Museum am Rothenbaum zu sehen sein.

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Three by Chance

Die Kunsthalle Bremen präsentiert unter dem Titel „Three by Chance“ eine Ausstellung, die die Freundschaft der Bremer Künstler Wolfgang MichaelNorbert Schwontkowski und Horst Müller beleuchtet.

In den 1960er Jahren lernten sich die drei Künstler in Bremen kennen, lebten zeitweise zusammen und vertieften ihre Freundschaft. Die 1974 gegründete Lebens- und Ateliergemeinschaft in der Kohlhökerstraße blühte über mehr als zehn Jahre und wurde zu einem bedeutenden kulturellen Zentrum in der Stadt Bremen. Die Gemeinschaft spiegelte ihre Experimentierfreude in der Kunst und ihre Suche nach alternativen Lebensentwürfen wider. Während dieses Jahrzehnts teilten sie Wohn- und Arbeitsräume, praktizierten Yoga und diskutierten aktuelle kunstbezogene Fragen. 1978 stellten sie erstmals ihre Werke gemeinsam im Paula-Becker-Modersohn-Haus in der Böttcherstraße in Bremen aus.

Die Ausstellung in der Kunsthalle Bremen, widmet sich der gegenseitigen Beeinflussung der drei Künstler. Sie verfolgt den Austausch von Themen, Motiven und Bildsprachen als Merkmale der Spätmoderne und aktualisiert Material- und Raumkonzepte, die auch heute noch relevant sind.

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Man & Mining

Die verstärkte Ausbeutung mineralischer Rohstoffe aufgrund des wachsenden Bevölkerungszuwachses und steigender Konsumansprüche führt zu gravierenden globalen Problemen in den Bereichen Ökologie, Ökonomie, Politik und Soziales. Insbesondere nicht-nachhaltige Abbaupraktiken stellen eine enorme Belastung dar, die heutige und zukünftige Generationen vor große Herausforderungen stellt.

Die Ausstellung „Man & Mining“ im Museum der Arbeit, veranschaulicht die Bedingungen der aktuellen Ressourcengewinnung und ihre Auswirkungen auf Menschen, insbesondere im Globalen Süden, mittels verschiedener künstlerischer Perspektiven. Kunstwerke von Künstlern wie Unknown Fields, Danny Franzreb, Johnny Haglund, Pieter Hugo, Lu Guang, Andrea Mancini, Lisa Rave, Sebastião Salgado und Gabriella Torres-Ferrer bieten einen umfassenden Einblick von historischen Tiefenbohrungen bis zu utopischen Zukunftsvisionen.

Das Ziel der Ausstellung besteht darin, die Ungleichheiten in der globalen Rohstoffgewinnung und deren konkrete Auswirkungen auf die Menschen mit einer Diskussion über unser Konsumverhalten zu verbinden.

Mehr Informationen finden Sie unter folgendem Link: Man & Mining

Emilija Škarnulytė

Das Kunsthaus Göttingen präsentiert vom 03. Februar bis zum 21. April 2024 eine umfassende Einzelausstellung der litauischen Künstlerin und Filmemacherin Emilija Škarnulytė. Ihre Werke beleuchten die Auswirkungen technologischer Entwicklungen auf die Erde, insbesondere in Bezug auf Ressourcennutzung, Umweltzerstörung und Geopolitik. Škarnulytė reflektiert über die menschliche Zivilisation aus der Perspektive der Tiefenzeit und lädt dazu ein, die Welt aus einer nicht-menschlichen Sicht zu betrachten.

Die Ausstellung im Kunsthaus Göttingen, eigens für die Räumlichkeiten entwickelt, behandelt unsichtbare kosmische, geologische, ökologische und politische Strukturen. Im Fokus stehen die Videoarbeiten „t ½“ (2019) und „Rakhne“ (2023). „t ½“ basiert auf realen Aufnahmen in einem stillgelegten Kernkraftwerk in Litauen und nuklearen U-Boot-Kanälen am Polarkreis. „Rakhne“ hingegen nutzt computergenerierte Bilder und KI-generierte Musik, um die Möglichkeiten und Grenzen der Datenspeicherung zu erforschen. Škarnulytės audiovisuelle Inszenierungen bieten eine meditative Reise durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Mehr Informationen finden Sie unter folgendem Link: Emilija Škarnulytė

Jüdisch? Preußisch? Oder was?

Die Ausstellung des LWL-Preußenmuseums in Minden wirft Fragen zu Identität und Zugehörigkeit im historischen Preußen auf. Sie untersucht, wer in Preußen als jüdisch galt, welche Selbst- und Fremdbilder damit verbunden waren beleuchtet auch die Situation in den Provinzen Schleswig und Holstein, die 1867 zu Preußen kamen. Mit den Themen Beten, Streiten, Kämpfen und Lernen werden Fragen nach Herkunft und Diversität gestellt, die auch heute noch relevant sind. Der offene Titel der Ausstellung soll dazu anregen, Fragen aufzuwerfen, ohne klare Antworten zu liefern. Das Ziel ist es, Bezüge zur Gegenwart herzustellen und einen aktiven Dialog mit den Ausstellungsthemen zu ermöglichen. Die Ausstellung präsentiert spannende Biografien und Exponate aus dem 18. Jahrhundert und darüber hinaus.

Das Jüdische Museum in Rendsburg erweitert seine Ausstellung „Jüdisch? Preußisch? Oder was?“ durch eine spezielle Schleswig-Holstein-Spur. Diese Spur konzentriert sich auf die Entwicklungen im Norden und verfolgt insbesondere die Verflechtungen mit Dänemark.

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World Press Photo 2023

Im Oldenburger Schloss werden bereits zum neunten Mal die besten Pressefotos des Jahres 2023 präsentiert. Die Ausstellung umfasst das Gewinnerfoto des World Press Photo Awards des vergangenen Jahres sowie weitere preisgekrönte Aufnahmen.

Die World Press Photo Foundation in Amsterdam traf ihre Auswahl aus mehr als 60.000 Fotografien, die von 3.752 Fotografen und Fotografinnen aus 127 Ländern eingereicht wurden. Das Pressebild des Jahres 2023 stammt vom ukrainischen Fotografen Evgeniy Maloletka und erregte weltweite Aufmerksamkeit. Es zeigt eine erschütternde Szene: eine sterbende Frau in den Trümmern der Geburtsklinik von Mariupol nach einem russischen Bombenangriff. Dieses und viele weitere ergreifende Fotografien können Sie sich vom 17. Februar bis zum 10. März 2024 im Oldenburger Schloss ansehen.

Mehr Informationen finden Sie unter folgendem Link: World Press Photo 2023

Bruckner 200 – Neunte & Te Deum

In der barocken Hauptkirche St. Michaelis in Hamburg feiern der Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor Hamburg und das Sinfonieorchester der Hochschule für Musik & Theater Rostock das Gedenkjahr anlässlich des 200. Geburtstags von Anton Bruckner. Das Programm umfasst Bruckners Te Deum, drei Motetten sowie die unvollendete 9. Sinfonie. Bruckners Wurzeln in der Musikgeschichte, sein innovativer Beitrag zur Harmonik des späten 19. Jahrhunderts und die Bedeutung seines Te Deum als Stolz seines Lebens werden im Konzert betont. Die Aufführung schließt mit dem Te Deum anstelle des fehlenden Finalsatzes der Sinfonie.

Das Konzertprojekt ist eine Fortführung der Zusammenarbeit zwischen dem Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor und der Musikhochschule Rostock und ermöglicht jungen Musikern der CPEP Young Artists, in Anton Bruckners Spätwerk einzutauchen.

Mehr Informationen finden Sie unter folgendem Link: Bruckner 200 – Neunte & Te Deum

Wild! Kinder – Träume – Tiere – Kunst

In jedem von uns schlummert von Natur aus eine wilde Seite, die wir als Neugeborene ungezähmt zum Ausdruck bringen. Mit zunehmenden sozialen Fähigkeiten jedoch wird diese Wildheit zunehmend weniger. Dennoch begleitet uns dieses ursprüngliche Element ein Leben lang – sei es in unseren sozialen Interaktionen, in unserem tiefsten Inneren, in der Natur oder in der bildenden Kunst.

Die Ausstellung „Wild! Kinder – Träume – Tiere – Kunst“ in der Kunsthalle Bremen spiegelt diese vier Facetten in den Werken von Künstlern wie Albrecht Dürer, Paula Modersohn-Becker, Berthe Morisot, Diana Thater, Raymond Pettibon, Asta Gröting und vielen weiteren wider. In einer beeindruckenden Inszenierung präsentieren sich über 100 Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Grafiken und Videoinstallationen. Diese enthüllen faszinierende Verknüpfungen zwischen wilder Kunst und den aktuellen Lebensrealitäten von kleinen, großen und ehemaligen Kindern.

Zusätzlich regen unterschiedliche Mitmachangebote, Suchspiele, Tastobjekte sowie Erlebnisräume dazu an, sich intensiv mit den Themen der Ausstellung „Wild! Kinder – Träume – Tiere – Kunst“ auseinanderzusetzen.

Mehr Informationen finden Sie unter folgendem Link: Wild!

#WeitschReloaded

Angeregt von den Landschaftsdarstellungen des Künstlers Pascha Weitsch in der Sonderausstellung „NATURTALENT – 300 Jahre Pascha Weitsch“ im Herzog Anton Ulrich-Museum hat das Museum einen Fotowettbewerb auf der Social Media Plattform „Instagram“, ins Leben gerufen.

300 Jahre nach der Geburt von Pascha Weitsch, der den Harz auf Leinwand verewigt hat, behält das höchste Gebirge Norddeutschlands seine Relevanz und ist in seiner landschaftlichen Vielfalt nun auch Instagram-tauglich. Insbesondere auf Instagram, der audiovisuellen Plattform, spiegelt sich die Begeisterung für die mystische Gebirgslandschaft vielfältig wider.

Die Ausstellung #WeitschReloaded – HARZ. FOTOGRAFIE. HEUTE präsentiert bis zum 07. April 2024 als Ergebnis des Instagram-Fotowettbewerbs den zeitgemäßen Blick naturbegeisterter Fotograf*innen auf den Harz im Laufe der Zeit.

Mehr Informationen finden Sie unter folgendem Link: #WeitschReloaded

Inspiration Japan

Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg feiert bis zum 12. Mai 2024 die Kraft der japanischen Inspiration und Gestaltung mit einer überarbeiteten Präsentation der Ostasien-Sammlung. Erstmals werden Gemälde aus der Edo-Zeit (1615–1868), buddhistische Kalligrafien und Farbholzschnitte aus der kürzlich erworbenen Privatsammlung von Walter Gebhard gezeigt. Die Ausstellung erstreckt sich über zwei Etagen: Im ersten Abschnitt interagieren die Gemälde mit verschiedenen Objekten wie Keramik, Lackwaren, Bambuskörben, Metallarbeiten und Schwertschmuck aus der bestehenden Sammlung. Der zweite Abschnitt gewährt einen poetischen Einblick in die ästhetische Welt von Pflanzen und Vögeln in Ostasien durch Malereien und Grafiken.

Diese Ausstellung markiert den Beginn einer umfassenden Umgestaltung des Sammlungsbereichs Ostasiatische Kunst. Zukünftig sollen wechselnde, innovative Präsentationsformen einen dynamischen Zugang zur Sammlung ermöglichen. Ab Mai 2024 wird der Fokus im zweiten Obergeschoss auf China liegen.

Mehr Informationen finden Sie unter folgendem Link: Inspiration Japan

Claudia Andujar

Die Fotografin Claudia Andujar, die seit den 50er Jahren in Brasilien lebt, betrachtet die Fotografie als ein Mittel zur Kommunikation mit der Welt. Es dient für sie als Medium, das sowohl lehrt als auch vermittelt. Ihre vielen Werke sind ein Ausdruck ihres langjährigen Engagements für den Schutz der indigenen Gemeinschaft im brasilianischen Amazonasgebiet – die Yanomami. Seit den 1970er Jahren hat Andujar mehrmals in enger Verbindung mit dieser Gemeinschaft im Amazonasbecken gelebt. Bis heute wird die Region der Yanomami aufgrund ihrer Bodenschätze regelmäßig ausgebeutet.

Ab dem 09. Februar 2024 sind die Werke der mehrfach preisgekrönten Fotografin in den Deichtorhallen Hamburg zu sehen.

Mehr Informationen finden Sie unter folgendem Link: Claudia Andujar

Caspar David Friedrich

Anlässlich des 250. Geburtstags von Caspar David Friedrich (*1774 in Greifswald – 1840 in Dresden) präsentiert die Hamburger Kunsthalle die umfangreiche Jubiläumsausstellung „Caspar David Friedrich. Kunst für eine neue Zeit“. Die Ausstellung umfasst über 60 Gemälde, darunter Schlüsselwerke, sowie etwa 100 Zeichnungen und Arbeiten seiner Künstlerfreunde. Im Fokus steht das innovative Verhältnis von Mensch und Natur in Friedrichs Landschaftsdarstellungen, das im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts die Landschaft als Kunstgenre prägte.

Die Ausstellung zeigt ebenfalls herausragende Leihgaben wie „Kreidefelsen auf Rügen,“ „Mönch am Meer“ und „Zwei Männer in Betrachtung des Mondes.“ Friedrichs zeichnerisches Schaffen wird als eigenständige Reflexion der Naturbetrachtung gewürdigt. Ein separater Ausstellungsbereich widmet sich der zeitgenössischen Rezeption von Friedrichs Werken. Etwa 20 Künstler*innen aus dem In- und Ausland setzen sich in verschiedenen Medien mit dem zentralen Thema Friedrichs auseinander: die Beziehung des Menschen zur Umwelt, besonders im Kontext des Klimawandels.

Mehr Information finden Sie unter folgendem Link: Caspar David Friedrich

Jaq Lisboa

Die Kunstwerke der brasilianischen Künstlerin Jaq Lisboa, die ihre Ausbildung an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig absolvierte, sind eng mit ihrer eigenen Lebensgeschichte verbunden. Im Fokus ihrer Werke stehen der eigene Körper und die Suche nach Identität. Die Künstlerin behandelt Themen wie Migration, Rassismus und Kolonialismus in ihren Arbeiten. Dabei legt sie sich nicht auf ein bestimmtes Medium fest, sondern beansprucht mehrere Rollen für sich, agiert als Performerin, Rechercheurin, Dokumentarin und Vermittlerin. Lisboa beschreibt ihre Arbeitsweise selbst als antikolonial und antirassistisch.

Die Ausstellung „How to be an artist like me“ des Sprengelmuseums Hannover gewährt intime Einblicke in ihre künstlerische Praxis, die auf umfangreichen Recherchen basiert. Dabei fließen persönliche Erinnerungen und Erfahrungen ein, die die Künstlerin in Brasilien, Deutschland und Mexiko gesammelt hat. Begleitend zur Ausstellung wird ebenfalls eine Publikation veröffentlicht.

Mehr Informationen finden Sie unter folgendem Link: Jaq Lisboa: How to be an artist like me

U18

Die Kunsthalle Bremen präsentiert in der Ausstellung „U18 zwischen zwischen Dürer und Cage“ bis zum 11. Februar 2024 nicht nur Meisterwerke aus ihrer eigenen Sammlung, sondern auch Interpretationen von Kindern und Jugendlichen auf gleicher Augenhöhe.

Zwölf Kindertagesstätten und Schulen aus Bremen und Niedersachsen wurden von der Kunsthalle eingeladen, im Museum einen Dialog mit den Meisterwerken der Sammlung zu führen und sich davon inspirieren zu lassen. Dabei wurden nicht nur Werke des Renaissancemeisters Albrecht Dürer, sondern auch historische Arbeiten von Arnold Böcklin und Lovis Corinth sowie zeitgenössische Kunst von Pipilotti Rist und Martin Parr hinterfragt.

Bereits im Sommer 2023 wurden sie in den Stadtteilen der teilnehmenden Kindertagesstätten und Schulen öffentlich präsentiert und möchten sich nun in einer gemeinsamen Ausstellung neben den großen Vorbildern behaupten. Die Kunsthalle Bremen geht neue Wege, indem sie die Kreativität der jungen Generation ernst nimmt und besonders fördert.

Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link: U18 zwischen Dürer und Cage

Ukrainian Dreamers

Das Kunstmuseum Wolfsburg präsentiert bis 7. Januar 2024 die Ausstellung „Ukrainian Dreamers„, die einen einzigartigen Einblick in die Charkiwer Schule der Fotografie bietet. Die Ausstellung zeigt einen Teil der beeindruckenden Sammlung von rund 5.000 Fotografien und über 70.000 Negativen, die Sergiy Lebedynskyy, der Leiter des Museum of Kharkiv School of Photography (MOKSOP), während des russischen Angriffskrieges nach Wolfsburg brachte.

Die Charkiwer Schule der Fotografie, seit den späten 1960er-Jahren aktiv, repräsentiert eine künstlerische Gegenbewegung zur offiziellen sowjetischen Fotografie. Die Ausstellung beleuchtet die Herausforderungen, die die ukrainische Gesellschaft in verschiedenen Umbrüchen erlebte, von der Breschnew-Ära bis zum neoimperialistischen Angriffskrieg unter Putin. In dieser Zeit des politischen und gesellschaftlichen Wandels reagierten die Künstler*innen der Charkiwer Schule mit fotografischem Experimentieren, wobei sie politische und soziale Themen mutig ansprachen.

Die Ausstellung präsentiert Werke von Künstler*innen aus verschiedenen Generationen, darunter Boris Mikhailov, Evgeniy Pavlov, Bella Logachova sowie Andriy Rachinskiy und Daniil Revkovskiy. Von der ersten Generation bis zu zeitgenössischen Arbeiten vermittelt die Ausstellung die künstlerischen Ansätze dieses einzigartigen Phänomens.

Mehr Informationen finden Sie unter folgendem Link: Ukrainian Dreamers

Ausgewiesen! 28.10.1938

Im späten Oktober 1938 wurden etwa 17.000 Menschen im Rahmen einer groß angelegten Aktion aus dem Deutschen Reich nach Polen vertrieben. Diese Menschen wurden als Jüdinnen und Juden polnischer Staatsangehörigkeit verfolgt. Die Ereignisse dieser sogenannten „Polenaktion“ sind trotz ihrer Bedeutung bis heute in der kollektiven Erinnerung nur wenig präsent. Die Ausstellung „Ausgeweisen! 28.10.1938“ im Jüdischen Museum Rendsburg erzählt erstmals die Geschichte der Deportation im Oktober 1938. Biografische Tafeln geben Einblicke in die Lebenswege und Schicksale der Ausgewiesenen aus verschiedenen Städten und Orten in Deutschland, während Kontexttafeln die Hintergründe dieser tragischen Ereignisse erläutern.

Diese Wanderausstellung wurde auf der Grundlage einer gemeinsamen Arbeit des Osteuropa-Instituts der Freien Universität Berlin und des Aktiven Museums Faschismus und Widerstand in Berlin e.V. in Zusammenarbeit mit Studierenden entwickelt. Seit 2018 wurde die Ausstellung in verschiedenen Städten, darunter Berlin, Warschau, Frankfurt am Main und Dortmund, gezeigt und ist nun auch in Rendsburg zu besuchen.

Mehr Informationen finden Sie unter folgendem Link: Ausgewiesen! 

Review Ostsee-Biennale

Die Beschäftigung mit der Vergangenheit der DDR ist seit langem ein zentrales Anliegen der Kunsthalle Rostock. Die Ausstellung „Review Ostsee-Biennale. Der demokratische Raum“ zeigt nun ab dem 19. November 2023 einen umfassenden Blick auf den gesamten Ostseeraum. Damit greift die Kunsthalle die fast 60-jährige Geschichte der Ostsee-Biennalen wieder auf.

Die erste „Biennale der Ostseeländer“ fand 1965 im heutigen Schifffahrtsmuseum Rostock statt. Dort wurden Werke von Künstlern aus beiden deutschen Staaten sowie aus Finnland, Polen, Dänemark, Schweden, der Sowjetunion, Norwegen und Island präsentiert. Antje Schunke, die Projektleiterin, wies darauf hin, dass die heutige Kunsthalle ohne die Biennale nicht gebaut und 1969 eingeweiht worden wäre. Die bisher letzte Biennale fand 1996 statt.

Ein Teil der Ausstellung umfasst eine Überarbeitung aller fünfzehn Biennalen von 1965 bis 1996 mit insgesamt 45 Werken von 6 Künstlerinnen und Künstlern aus dem eigenen Bestand sowie internationalen Leihgaben. Der zweite Teil präsentiert neben einigen nationalen Positionen aus Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern zeitgenössische künstlerische Positionen aus dem gesamten Ostseeraum – insgesamt 53 Werke von 24 Künstler*innen. Alle Werke setzen sich auf höchst spannende Art mit aktuellen Diskursen auseinander, sei es in Form von Malerei, Fotografie, Installation, Skulptur, Video oder Game-Art.

Mehr Informationen finden Sie unter folgendem Link: Review Ostsee Biennale

Naturtalent.

Anlässlich des 300. Geburtstages von Pascha Johann Friedrich Weitsch präsentiert das Herzog Anton Ulrich-Museum vom bis zum eine Sonderausstellung, die den Werken des Künstlers gewidmet ist, welche zugleich die bedeutende Rolle von Weitsch in der deutschen Landschaftsmalerei des 18. Jahrhunderts würdigt. Ursprünglich als Maler in der Porzellanmanufaktur Fürstenberg tätig, verlagerte Weitsch seinen Schwerpunkt später auf Ölgemälde. Seine Werke sind geprägt von Motiven seiner Heimatregion zwischen dem Harz und dem Braunschweiger Land, wodurch er als künstlerischer Entdecker des Harzes gilt. In der Ausstellung erwarten Besucher*innen eine Vielzahl von Ansichten aus dem Harz, Braunschweig und Wolfenbüttel sowie Ausblicke auf den Elm und die Asse, präsentiert in Gemälden, auf Porzellan und Papier.

Das Herzog Anton Ulrich-Museum beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen von Werken des Künstlers, die in der Ausstellung umfassend präsentiert wird. Zudem werden überraschende Erkenntnisse zu mehreren Gemälden vorgestellt, die dank neuer digitaler Technologien in den Restaurierungswerkstätten des Museums ans Licht kamen. Die Ausstellung umfasst auch Zeichnungen des Künstlers und markiert die Einweihung des neu konzipierten Ausstellungsraums der Graphischen Sammlung, der zukünftig wechselnde Präsentationen von Arbeiten auf Papier präsentieren wird.

Mehr Informationen finden Sie unter folgendem Link: Naturtalent

Kathrin Linkersdorff

Die Künstlerin Kathrin Linkersdorff bewegt sich mit faszinierenden Arbeiten zwischen den Grenzen von Kunst und Wissenschaft. Die beeindruckenden Großformate ihrer Werke enthüllen unsichtbare botanische Welten, die dem bloßen Auge verborgen bleiben und nur durch das Medium der Fotografie sichtbar werden. Vom 27. Oktober 2023 bis zum 21. Januar 2024 widmen die Deichtorhallen Hamburg der Künstlerin eine Einzelausstellung im PHOXXI, dem temporären Haus der Fotografie.

Im Mittelpunkt von Linkersdorffs Schaffen steht das japanische Konzept des Wabi-Sabi, welches die Ansicht vertritt, dass Vergänglichkeit und Unvollkommenheit integrale und sogar schöne Bestandteile des Lebens sind. Die Künstlerin begegnete diesem Prinzip erstmals in den 1990er Jahren, als sie im Rahmen eines Stipendiums nach Japan zog, um ihr Architekturstudium zu vertiefen. Dort erlernte sie die Technik des Sumi-e, der japanischen Tuschmalerei, und entwickelte ihre Wahrnehmung von Farbe und Form. Durch das ästhetische Konzept von Wabi-Sabi entdeckte sie die Schönheit in der Akzeptanz von Vergänglichkeit, Unvollkommenheit und Verletzlichkeit.

Linkersdorffs Werke sind unter anderem Teil der ständigen Sammlung des Philadelphia Museum of Art und wurden in zahlreichen Ausstellungen von London über Paris bis Florida gezeigt. Parallel zur Ausstellung im PHOXXI der Deichtorhallen Hamburg präsentierte die Yossi Milo Gallery in New York ihre erste Einzelausstellung in den USA bis Oktober 2023.

Mehr Informationen finden Sie unter folgendem Link: Kathrin Linkersdorff

Will Eisner

Im Jüdischen Museum in Rendsburg wird erstmals in Deutschland eine umfassende Rückblende auf einen der bedeutendsten Comic-Künstler des 20. Jahrhunderts präsentiert.

Will Eisner wird oft als der Schöpfer der „Graphic Novel“ angesehen, was auf Comics mit einem höheren literarischen Anspruch hinweist. Eisners Geschichten sind anspruchsvolle Erzählungen, die sich mit komplexen Aspekten der menschlichen Existenz, sozialer Gerechtigkeit und jüdischer Identität befassen.

Als Sohn jüdischer Einwanderer aus Österreich und Rumänien in den USA aufgewachsen, prägte er das Medium Comic gleich dreifach auf entscheidende Weise: 1940, als er mit seiner Serie „The Spirit“ die Möglichkeiten des narrativen Comics wie in einem Experiment erweiterte, 1952, als er Comics nutzte, um in gesamtgesellschaftlichen Kontexten zu lehren und zu informieren sowie im Jahr 1978, als seine erste Graphic Novel „Ein Vertrag mit Gott“ veröffentlicht wurde. Zahlreiche weitere „Graphic Novels“ folgten, insbesondere solche, die sich dem Kampf gegen den Antisemitismus widmeten.

Die Ausstellung im Jüdischen Museum in Rendsburg präsentiert bis zum 07. Januar 2024 originale Zeichnungen von Will Eisner aus seinem Nachlass und aus Privatsammlungen in Europa und den USA. Darüber hinaus sind historische Archivmaterialien zu sehen. Zur Ausstellung wird eine umfangreiche, reich illustrierte Monographie über das Leben und das Schaffen des Künstlers veröffentlicht, die schon seit langer Zeit vergriffen ist und ausschließlich in der Ausstellung erhältlich ist.

Mehr Informationen finden Sie unter folgendem Link: Will Eisner

Victoria Lomasko

Victoria Lomasko, geboren 1978 in der ehemaligen UdSSR, hat sich einen Ruf für ihre grafischen Berichterstattungen erworben, mit denen sie seit fast 15 Jahren das soziale und gesellschaftliche Leben in Russland erforscht und dokumentiert. In ihrer künstlerischen Werken bewegt sie sich geschickt zwischen den Bereichen der bildenden Kunst, des Journalismus und des Aktivismus. Dadurch schafft Victoria Lomasko ein eindrucksvolles und vielseitiges Bild der russischen Gesellschaft und erzählt von den tiefgreifenden Veränderungen, die sich in der jüngsten Vergangenheit und Gegenwart in Russland vollzogen haben.

Das Kunsthaus Göttingen präsentiert bis zum 10. Dezember 2023 die erste umfassende Einzelausstellung der Künstlerin in Deutschland. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von Originalzeichnungen, die zwischen 2009 und 2022 entstanden sind und zuerst in Buchform in Deutschland und vielen anderen Ländern veröffentlicht wurden. Dazu gehören Auszüge aus Werken wie „Verbotene Kunst“ (2013), „Die Unsichtbaren und die Zornigen“ (2018) sowie dem erst in diesem Jahr erschienenen Buch „Die letzte sowjetische Künstlerin“. Darüber hinaus werden im Kunsthaus bisher unveröffentlichte Zeichnungen aus dem Buch „documenta fifteen: Inside and Around“ (Erscheinungsjahr 2024) erstmals ausgestellt.

Mehr Informationen finden Sie unter folgendem Link: Victoria Lomasko

 

Glauben und Glauben lassen

Die Freiheit des Glaubens – oder sogar der Verzicht darauf – ist ein grundlegendes Menschenrecht, das in unserem Grundgesetz verankert ist. Dennoch wird nach wie vor um den genauen Umfang dieser Freiheit in verschiedenen Bereichen, sei es Architektur, Schulunterricht oder Bestattungspraktiken, hart gerungen. Unsere moderne städtische Gesellschaft ist zunehmend säkular geprägt, während gleichzeitig eine bemerkenswerte Vielfalt religiöser Überzeugungen existiert.

Altona hat bereits seit 1601 eine lange Tradition der Glaubensfreiheit. Im Gegensatz zum lutherischen Hamburg erlaubte Altona Mennoniten, Reformierten, Juden und Katholiken, ihren Glauben offen auszuleben. Die Sonderausstellung zeichnet die Geschichte der Glaubensfreiheit von den 1600er Jahren bis zur Gegenwart nach und verdeutlicht, dass diese Geschichte eine Erzählung von Freiheiten und ihren Grenzen ist.

Mehr Informationen finden Sie unter folgendem Link: Glauben und Glauben lassen